Terminkalender

Jürgen M. Werobèl-La Rochelle (Coburg): Haiti: VerFLUCHt in der Karibik!

Der Name erinnert an Tahiti, jedoch ist Haiti alles andere als ein Paradies! Es kann jedoch auf eine außergewöhnliche Geschichte zurückblicken und ist nach den USA das ältesteVerfluc Land des Kontinents. Haiti erreichte seine Unabhängigkeit bereits im Jahr 1804. Damals, also zwei Jahrzehnte vor Waterloo, brachte ein Sklavenaufstand den Truppen Napoleons die erste Niederlage bei.

Columbus entdeckte die Insel und gab ihr den Namen Hispaniola. Später eroberte Frankreich das Gebiet und machte es zum größten Zuckerproduzenten der Welt. Das brachte zwar Reichtum, allerdings nur für die aus Europa stammenden Plantagenbesitzer. Die Sklaven, alle aus Westafrika, vor allem aus Dahomey (heute Benin) und von der Goldküste (heute Ghana) verschleppt, wagten, von den Ideen der Französischen Revolution – besonders vom Ideal der Gleichheit – beeinflusst, unter der Führung des versklavten dahomeyischem Königssohns Toussaint L‘Ouverture den Aufstand gegen die Plantagenbesitzer und die sie schützende Kolonialmacht, gewannen und riefen die Unabhängigkeit aus.

Allerdings kam das Land nicht zur Ruhe, denn Frankreich, aber auch die USA mischten sich permanent ein. Unterstützt wurden sie von der durch den Zuckerexport reich gewordenen Schicht der Mulatten. Politisch blieb das Chaos, auch nach der Besetzung durch die USA (1915-34), Aufstände, Revolten und Militärdiktaturen. Wohl am übelsten war jedoch das Regime von „Papa Doc“ und „Baby Doc“ Duvalier (1957-86). Letzterer floh nach Massenprotesten, die von der katholischen Kirche unterstützt wurden, ins Ausland.

Nach Berechnungen der Vereinten Nationen ist Haiti, nicht nur selbstverschuldet durch Korruption, Vetternwirtschaft und Missmanagement, das ärmste Land der Welt. Es scheint keine Chance auf Fortschritt zu haben, denn wann immer sich die politische Lage beruhigte, folgten Naturkatastrophen, wie verheerende Wirbelstürme und Erdbeben, oder Seuchen.

Der Coburger Historiker und Afrikanist Jürgen M. Werobèl-La Rochelle und Haiti bereist und berichtet am Sonntag, 27.01.2019, um 15.00 Uhr im Naturkunde-Museum Coburg über das Land, das zwar kein Touristenparadies mehr ist, jedoch immer noch erstaunliche Landschaften und Strände, vor allem aber eine unglaublich reiche Kultur bietet.

Für den Vortrag ist ein Eintritt in Höhe von 3,- € bzw. 1,- € (Kinder) zu entrichten.