Terminkalender

ZOO MOCKBA – Spielzeugtiere aus der Sowjetunion, 1950 bis 1980

Zoo MockbaIm Russland der Zarenzeit gab es keine eigene Spielwarenindustrie. Wer es sich leisten konnte, verwöhnte seine Kinder mit Puppen und Spielzeug aus deutscher und französischer Produktion. Als ab den 1930er Jahren auch in der Sowjetunion die ersten industriell gefertigten Spielwaren vom Band liefen, orientierten sich diese an internationalen Vorbildern. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Produktion von Spielsachen nicht die erste Priorität. Dennoch waren Betriebe aufgefordert, neben Waren des täglichen Bedarfs auch Spielzeug herzustellen.

Anfang der 1950er Jahre wagten Absolventinnen und Absolventen der Leningrader Kunsthochschule den Aufbruch in die Moderne. In der sowjetischen Spielzeugindustrie boten sich ihnen gestalterische Freiräume, um Neues auszuprobieren und eine eigene Formensprache zu entwickeln, in der Zeitgeist und ein neues Lebensgefühl ihren selbstbewussten Ausdruck fanden. Auch wenn manche der Künstlerinnen und Künstler heute nicht mehr gern darüber sprechen, dass sie in jungen Jahren industrielles Spielzeug gestaltet haben, so war doch gerade darin zu einem frühen Zeitpunkt eine künstlerische Avantgarde erkennbar.

„ZOO MOCKBA“ (Moskwa gesprochen = Moskau auf Russisch) zeigt mit rund 100 Werken von elf Künstlerinnen und Künstlern eine exemplarische Auswahl von originalen Spielzeugtieren aus sowjetischer Produktion. Die Spielfiguren stammen aus der mehr als 400 Objekte umfassenden Sammlung der Berliner Sammler und Ausstellungsmacher Sebastian Köpcke und Volker Weinhold.