Sammlung Schauroth

Der erste Direktor des Herzoglichen Naturaliencabinets war der Geologe Carl Friedrich Freiherr von Schauroth (1818-1893). Die wissenschaftlichen Aktivitäten von Schauroth fallen in die Jahre von 1850 bis 1865. Schwerpunkt seiner Forschungen war die Stratigraphie. Da die grundlegenden geologischen Gesetzmäßigkeiten erkannt waren, kam nun eine Epoche der regionalen Forschung und der Kartenaufnahme, wie Schauroths „Übersicht der geologischen Verhältnisse des Herzogtums Coburg und der anstoßenden Länderteile als Erläuterung zur geologischen Karte“ von 1853 belegt. Parallel dazu legte er eine Umfangreiche Sammlung von Gesteinen an. Bis zu seinem Ausscheiden 1881 waren dies 2.297 Handstücke. Die geologischen Arbeiten von Schauroths behandeln meist Invertebraten aus der Trias oder dem Zechstein. Zwar verzichtet er auf eine theoretische Ausdeutung der Funde – was vollkommen dem Zeitgeist entsprach – es ist aber sein Verdienst, eine wissenschaftliche paläontologische Sammlung aufzubauen und diese mit größter Gewissenhaftigkeit zu dokumentieren. Der erste Teil seines Inventarbuchs liegt als „Verzeichnis der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg No.-1-4328" auch in gedruckter Form vor (1865). Hierin beschränkt sich Schauroth aber keineswegs auf eine alleinige Auflistung der Sammlungsstücke, sondern bildet auf 30 Tafeln sehr viel Material ab, darunter 275 neue Arten, von denen einige bei strenger Auslegung des Prioritätsgesetzes immer noch Gültigkeit haben könnten. Die bekannteste Schauroth-Art ist die Konifere Voltzia coburgensis aus dem Coburger Bausandstein. Seine Forschungen in der Germanischen Trias dehnt von Schauroth auf die alpine Trias aus, wo er das Gebiet von Recoaro in den Vicentiner Alpen eingehend untersucht. Schauroths Veröffentlichungen wurden durchweg positiv besprochen und als Wissenschaftler erlangte er einen beachtlichen Bekanntheitsgrad. So gehörte er zu den ersten Mitgliedern der Deutschen Geologischen Gesellschaft, deren Jahresversammlungen er regelmäßig beiwohnte, und er war einer der wenigen Korrespondenten der Akademie der Wissenschaften in Wien.
Verzeichnis der Versteinerungen
"Verzeichnis der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg"

SCHAUROTH, C.F. v. (1861): Verzeichnis der Mineralien im Herzoglichen Naturalienkabinett zu Coburg. – 133 Seiten; Coburg (Dietzsche Hofdruckerei).

SCHAUROTH, C.F. v. (1865): Verzeichnis der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg. –  Mit 30 Tafeln; Coburg (Dietzsche Hofdruckerei).

Weiß, M. (1990): Dr. Friedrich Carl Freiherr von Schauroth (1. Direktor des Herzoglichen Naturaliencabinets zu Coburg). – Jahrbuch der Cobuger Landesstiftung, 35: 237-278, 7 Abb.; Coburg.
Schauroth
Carl Friedrich Freiherr von Schauroth
Monte bolca
Monte Bolca
Verzeichnis der Versteinerungen, Titel
"Verzeichnis der Versteinerungen" Titel
Acantinella sangiunea
Acantinella sanguinea
Acantinella
Acantinella
Voltzia coburgensis
Voltzia coburgensis