Museumspädagogik

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im
Naturkunde-Museum Coburg


Wie viele Tier- und Pflanzenarten es auf der Welt gibt, weiß niemand genau. Eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) kam auf rund 1,75 Millionen beschriebene Arten. Doch längst nicht alle Arten sind bekannt, gerade in unzugänglichen Gegenden werden noch neue Tiere und Pflanzen vermutet. Manche Wissenschaftler schätzen, dass es auf der Erde sogar über 13 Millionen Arten gibt. Doch auch wenn man von Zeit zu Zeit auf neue Arten stößt – die Artenvielfalt auf der Erde ist gefährdet. Die Gründe für das Artensterben sind vielfältig. Aber fast immer ist der Mensch der Auslöser. Allein der intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Bewirtschaftung der Ackerflächen sind viele Tier- und Pflanzenarten zum Opfer gefallen. Insektizide und Pestizide töten nie nur die „Schädlinge“, sondern beeinträchtigen auch anderen Lebewesen. Wird ihr Lebensraum vergiftet, werden sie zurückgedrängt.


Die biologische Vielfalt der Erde ist die Grundlage für unsere Ernährung und unsere Gesundheit. Sie umfasst die Tier- und Pflanzenarten, die Lebensräume und die genetischen Unterschiede innerhalb der Arten. Alle drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig: Arten sind auf bestimmte Lebensräume und andere Arten angewiesen. Genetische Unterschiede verbessern die Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen. Die Lebensräume wiederum sind von den jeweiligen Boden-, Klima- und Wasserverhältnissen abhängig.


Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Die Dekade soll die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben bewusst machen und entsprechendes Handeln anstoßen. Viele der Ursachen können wir beeinflussen: politisch, gesellschaftlich und auch persönlich.


Dass es auch in Deutschland dringend nötig ist, über die schwindende Biodiversität zu informieren, zeigen die Ergebnisse einer von 2009 bis 2013 in elf Staaten durchgeführte Befragung. Danach konnten in den Schwellenländern China und Brasilien 64 % bzw. 51 % der Befragten den Begriff Biodiversität korrekt definieren, während dazu in Deutschland nur 24 % der Befragten in der Lage waren. Es bleibt also eine Kernaufgabe der Naturkundemuseen, das Schwinden der Biodiversität in ihrem Bildungskonzept zu verankern, nachhaltiges Denken und Handeln in die Schulen und in andere Bildungseinrichtungen zu tragen und so zur Entwicklung eines bewussten Konsum- und Freizeitverhaltens beizutragen.


Bereits das herzogliche Naturalienkabinett war eine Bildungsstätte, und auch heute hat die Vermittlung naturwissenschaftlicher Themen, etwa die Kenntnis von Tier- und Pflanzenarten, das Wissen um die Geschichte der Erde und die Endlichkeit unsere mineralischen Ressourcen, einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Eine tragende Säule der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist die Umweltbildung. Sie wird u. a. von den Naturschutzverbänden, dem Grünflächenamt, der Volkshochschule und den Forstbehörden betrieben. Die wichtigste naturkundliche Bildungsstätte in Coburg bleibt jedoch das Naturkunde-Museum. Sie sind herzlich eingeladen, unsere vielfältigen Angebote zu nutzen!


Dr. Carsten Ritzau
Museumsleiter


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Bildung für nachhaltige Entwicklung
NMC_Bildung